Montag, 2. Dezember 2019
Report #72 - Entnüchterung
Ich möchte den kurzen Moment ihrer Aufmerksamkeit nutzen, um Sie, verehrte Leser und verehrteste Leserinnen, auf zwei schwere Missstände aufmerksam zu machen:

1. Obwohl die Nacht des ersten auf den zweiten Dezember bereits vergangen ist, fand sich niemand zusammen um gemeinsam mit mir, die kasgraische Entnüchterung gebürdig zu zelebrieren. Nach 30 Tagen der Abstinenz, des Entsagens und der Blaukreuzlerei hatte ich mir, von den nicht verstorbenen Saufbrüdern, mehr feuchtfröhliche Hingabe gewünscht.

Dementsprechend, mag Sie es nicht verwundern, dass ich meinen engen Kontakt zur schlechten Gesellschaft bereits überdenke, und überlege, Kontakt zu noch schlechteren Gesellschaften zu ersuchen.

2. Entnüchterung ist kein deutsches Wort, welches die Adelung der Aufnahme in den Folianten namens Duden geschafft hat. Erschreckend, liebe Leser und liebste Leserinnen, ich weiß.

Orientiert am Artikel zum "ausnüchtern" schlage ich deshalb vor:

entnüchtern, schwaches Verb

Bedeutung:
1. nach übermäßiger Abstinenz wieder betrunken werden
Beispiele:
- die Polizei hatte ihn in eine Bar gebracht, wo er entnüchtern sollte.
- (auch entnüchtern + sich:) im Krankenhaus musste er sich entnüchtern

2. nach übermäßiger Abstinenz wieder betrunken machen
Beispiele:
- in dieser Bar werden Nüchterne entnüchtert.

Anfragen zur Unterschreibung oder zur Unterstützung von und zu Petitionen, bitte direkt an mich. Nur gemeinsam können wir was bewegen.


Und mit allerletzter Ernsthaftigkeit, liebe Leser und Leserinnen: Kann es eine Sucht sein, wenn man sich nach dreizig anstrengenden Tagen auf seinen ersten Tropfen kühles Bier freut?

Kas

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