Donnerstag, 5. Januar 2017
Rat, Ratschläge, Ratgeber, Ratlosigkeit
Die letzten beiden fast-schlaflosen Nächte beschäftigt mich bereits meine Ratlosigkeit.

Das schlimmste sind Ratgeber-Bücher oder Ratgeber im Internet. Ratgeber die angeblich eine Antwort haben die hilft.
Mir kommt es vor, als wären es Horoskope. Für ein detailiertes Szenario, eine wirkliche, echte Situation bekommt man eine generische Auswahl an Tipp und Tricks. Am besten noch von einem wie-auch-immer-renommierten Profi.
Und dann versucht man seine Wirklichkeit, die Realität irgendwie in diese vage Beschreibung zu pressen. Und warum? Weil man einfach ratlos ist.

Bei Ratschlägen von Freunden, Bekannten, Fremden ist es ähnlich. Warum? Glaube ich, dass ich die Wirklichkeit, die Situation so verständlich, so präzise wiedergeben kann, dass alle Gründe, Überlegungen, Emotionen, Gefühle, Ängste, Sorgen, Schwingungen, Kleinigkeiten, die eine Rolle spielen könnten, sollten, müssten, darin enthalten sind? Nein, glaube ich nicht. Ist das nötig? Ich weiß es nicht.

Das Einzige, was vielleicht hilft sind Leitsätze, Grundsätze, Maxime. Ratschläge, die nicht auf eine bestimmte Situation die Antwort wissen sollen, sondern einen Grundgedanken, eine Grundeinstellung, ein Grundverhalten bieten sollen. Aber sie nehmen einem nicht die Entscheidung ab.

Was ist der Grund für Ratlosigkeit? Angst vor Fehlentscheidungen, Fehlverhalten. Das Suchen nach Rat ist eine Suche nach Hilfe. Und nach einer Möglichkeit, Verantwortung abzugeben.

Schlussendlich sind wir doch selbst die einzigen, die die Situation wirklich kennen. Nur wir selbst kennen uns. Wir wissen was uns beschäftigt, führt, trägt. Wir wissen, dass wir schlussendlich die Konsequenzen unseres Handeln, unserer Entscheidung alleine tragen müssen. Zumindest sollten wir es, wissen als auch tun.

Ich glaube, wenn wir die Entscheidung wirklich alleine fällen, können wir uns überhaupt nicht falsch entscheiden.

Diese Überlegungen und Gedankengänge helfen mir nicht bei meiner Ratlosigkeit, aber sie sind zumindest gedacht, vielleicht auch nicht bis zum Ende. Oder vielleicht doch?

Wirklich schlussendlich werde ich die Konsequenzen, egal wie ich mich entscheiden werde, tragen müssen, tragen dürfen? Egal, ob ich sie fälle, meine bester Freund, eine Münze oder ein Online-Ratgeber.

Vielleicht geht es eher darum, wie man sie trägt anstatt, was man trägt?

Kas

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