Donnerstag, 8. November 2018
Report #59
Mir geht's nicht gut. Die letzten Saufbrüder lassen mich in Stich. Und das Kiosk hat auch schon zu.

Ich war im Kino, alleine. Zwei Bier auf 90 Minuten. Jetzt fühle ich mich einsam. Ich habe Sie gesehen, mit einem Typen. Ich weiß nicht ob Sie ihn schon länger kennt, oder ob es ein Date war. Es sollte mir eigentlich egal sein. Ist es aber nicht. Warum? Keine Ahnung. Mir fehlt was.

Der Film macht ein mulmiges Gefühl, sagt die fremde Frau vor mir beim rausgehen. Scheiße, denke ich, mich hat er motiviert. Nimm das Leben wie es kommt, denke ich mir zum Film, und hör' auf zu jammern.

Ich habe sie alle angeschrieben, niemand antwortet. Es ist Donnerstag, 22:45 und mich dürstet es nach Gesellschaft. Verdammt, ich brauch jemanden zum trinken und reden. Die Sorgen einfach niederlegen.

Ich hab noch Alkohol da, aber nur Schnaps. Jägermeister, Wodka und Rum. Aber nichts zum mischen. Früher habe ich Wodka nur pur getrunken, weil ich Orangesaft nicht leiden konnte, zumindest nicht im Alkohol. Scheiße, warum habe ich kein Bier für danach besorgt?

Ich will über den Film reden, ihn verarbeiten, über ihn streiten. Ich will meine Gedanken dazu verbreiten und die von anderen hören. Ich will was trinken, ich will über Sie reden, wie ich mich fühle.

Ich will reden, aber niemand hört zu. Niemand ist da der zuhört. Die letzten Saufbrüder sind gestorben.

Ich war immer da. Das werde ich mir nicht vorwerfen lassen. Ich bin aufgestanden, nachts um drei um mich in die nächste Kneipe zu setzen und mir das Leid der Brüder anzuhören und zu trinken.

Gesellschaft ist nicht das entscheidende. Ich will es loswerden. Wenn ich noch Bier hätte oder eine Flasche Wein, könnte ich es mir von der Seele schreiben, aber so gibt es keine Lösung. Ich will es nicht mit ins Bett nehmen. Ich will es verarbeiten, nicht in mich hineinfressen. Ich will es ertränken. Ich will es fühlen und vergessen.

Nimm das Leben wie es kommt und hör' auf zu jammern.
Nimm dir was zu trinken und hör' auf zu jammern.
Die Saufbrüder lassen mich im Stich. Ich brauche Hilfe.

Entweder ich ertrag's oder ich gebe nach. Ich gehe alleine ins Kino, ich fliege alleine in den Urlaub. Warum sollte ich nicht alleine in eine Kneipe gehen?

Wenn's doch hilft? Verdammt. Ich weiß es nicht.
Morgen sehe ich Sie wieder.

verzweifelt,
Kas

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Die einzige Äußerung, die mir dazu einfällt, heißt "Loslassen".

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Wenn's denn so einfach wäre. Aber Sie haben natürlich Recht.

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Dazu fällt mir ein Lied ein, dass dir vielleicht (ganz sicher) von der Musik her nicht gefallen wird, aber vom Text doch ziemlich gut ist.
"Wenn Zeit die Wunden heilt" von Eisbrecher

Und wenn du dann in im Wut-Stadium angekommen bist empfehle ich
"Essig auf Zucker" von Mine
was dir eventuell auch von der Musik her ein wenig besser gefallen könnte

Liebste Grüße und dicke Umarmung
Lanika

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Danke für die Umarmung und die Lieder! Fühl' dich auch unbedingt gedrückt!

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